Die Wiesekantorei

Wiesekantorei

Die Wiesekantorei unter der Leitung von Klaus Haffke

 

Die Wiesekantorei kann mittlerweile auf eine mehr als 125jährige Tradition zurückblicken. Ihr Aufgabenfeld liegt als Gemeindekantorei natürlich in erster Linie in der Bereicherung von (vorwiegend Fest-) Gottesdiensten, aber auch regelmäßige Konzerte gehören unverzichtbar dazu. Dabei ist sie mit Rücksicht auf die schwierige Raumakustik, aber auch auf die Besonderheit dieses kostbaren Kirchenraumes einer gehobenen Gattung von Kirchenmusik verpflichtet, die der besonderen Atmosphäre dieser berühmten Kirche entspricht. Natürlich gehören die beiden „tragenden Säulen“ protestantischer Musik, Schütz und Bach, zu den hier am meisten gesungenen Komponisten, aber auch die italienische Renaissance, die mit ihren großen, weit ausschwingenden Melodiebögen vortrefflich in diesen Raum passt, wird viel musiziert. Häufig sind es auch ausgesprochen rare und weniger bekannte Stücke, die in der Wiesenkirche einen dankbaren Aufführungsort finden. Allzu leicht verdauliche Musik vorwiegend aus dem Bereich der neueren Kirchenmusik bleibt außen vor; die Wiesekantorei stellt sich bewusst dem Mainstream entgegen, weil wir finden, dass die wertvolle überkommene Musik vergangener Jahrhunderte immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird und dringend Orte benötigt, an denen sie bewusst noch gepflegt und erhalten wird. Und welche Kirche eignete sich dazu besser als die Wiesenkirche in Soest!

In den letzten Jahren wurden konzertant u.a. aufgeführt die Matthäuspassion von Heinrich Schütz, das Te Deum von M-A. Charpentier, die Bach- Kantaten 80, 140 und 137, dazu etliche Kantaten von Dietrich Buxtehude, dessen Musik für einen Raum ähnlicher Akustik geschaffen wurde und von daher besonders prädestiniert für unsere Wiesenkirche ist. Ein Höhepunkt war Monteverdis Marienvesper, die wegen ihrer Monumentalität freilich nur unter Mithilfe eines Gastchores zu bewerkstelligen war.

Zu den Traditionen in der „Wiese“ gehört seit etlichen Jahren auch die Andacht zur Sterbestunde Christi am Karfreitag um 15 Uhr, die jedes Jahr für ein ziemlich volles Haus sorgt. Das ebenso einfache wie wirkungsvolle Konzept: Es wird nur der jeweilige Evangeliumstext (im jährlichen Wechsel zwischen Matthäus und Johannes) verlesen; die Kantorei singt dazu an den Originalstellen die Choräle aus Bachs Matthäus- bzw. Johannespassion.

Diese sehr gestraffte und dadurch extrem konzentrierte Darstellung (Dauer: ca 35-40 min.)  trifft die Zuhörerschaft dank der wohlüberlegten Interpretation der Choräle immer wieder ins Herz.

Die Wiesekantorei zählt zurzeit ca. 30 Mitglieder; natürlich ist auch hier derselbe Schwund wie in anderen Chören zu beobachten: Manche scheiden aus Altersgründen aus, Nachwuchs ist schlecht zu bekommen, weil einerseits die Bereitschaft der Menschen, konsequent eine bestimmte Zeit pro Woche regelmäßig zu opfern, immer mehr abnimmt, andererseits die Konkurrenz unter den Chören groß ist.

 So sind neue Mitglieder natürlich jederzeit herzlich willkommen. Geprobt wird mittwochs von 19.30 bis 21 Uhr im Wiese- Gemeindehaus.

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